Gefängnissbesuch in Manila

Am Dienstag den 31.08.2010 besuchten wir 3 Gefängnisse in Manila. Wir waren 5 Leute, Jonathan, Luis, zwei Mädchen, die für die Gefängnisbesuche zuständig sind und ich. Wir fuhren früh um 7Uhr mit dem Bus 3h nach Manila. Anschließend drängelten wir uns mit Jeepneys und mit einer abenteuerlichen Zugfahrt, zum ersten Gefängnis durch.

Shiela vom Rescue Team befragt einen Häftling

Shiela vom Rescue Team befragt einen Häftling

Meine Verfassung zu der Zeit:

Ich habe ja schon einiges über die Gefängnisse
gehört und gesehen, aus Erzählungen, Filmen und Bildern. Dadurch war ich mental gut vorbereitet.

Als erstes ist mir aufgefallen, das die philippinischen Gefängnisse schon äusserlich nicht mit deutschen Gefängnissen zu vergleichen sind. Es fehlen der Stacheldraht, die Mauern und der gigantische Aufwand von Sicherheitsmaßnahmen. Sie ähneln einen deutschen Polizeirevier. Wir gingen geschlossen in das erste  ”Revier”. Direkt im Eingang trafen wir auf die ersten Zellen. Es waren 2 Zellen nebeneinander. In der Linken waren 2 Frauen, ich denke so zwischen 30 und 40 Jahren und in der Rechten 4 Jungen, alle unter 18 Jahren. Die Zellen waren ca  3x4m groß. Sie sahen sauber aus, es hat nicht gestunken und die Jungen sahen nicht krank aus. Es befanden sich in der Zelle ein kaputter Ventilator an der Decke, Pappen auf den sie schliefen, ihre Sachen und einige Trinkflaschen. Die Ecke, in der sich die Toilette befand, konnte ich nicht sehen. Die Wände waren bemalt und es hingen lauter Bilder daran. Dies waren aber nicht die einzigsten Zellen. Etwas weiter vom Eingang weg, befanden sich weitere Zellen. Sie sahen nicht so “gut” aus, wie die direkt am Eingang.

Joan (vom Rescue Team) bei der Befragung eines Inhaftierten

Joan (vom Rescue Team) bei der Befragung eines Inhaftierten

Die Aufgabe von unserem Rescue Team ist es, die Jungen und Mädels zu befragen in welcher sozialen- und körperlichen Situation sie sich befinden und das Umfeld zu beurteilen. Diese Informationen werden benötigt damit PREDA effektiv operieren kann. Das Ziel ist es die Kinder zu rehabilitieren.  Aber auch für deren Familien eine Lebensgrundlage zu schaffen, damit sie nach der Entlassung einen geordneten Lebensstandard vorfinden, wenn sie in die Familie zurückkehren. Das Rescue Team besucht die Häftlinge 2-3 mal die Woche.

Achtet auf die Gegenstände im Raum

Achtet auf die Gegenstände im Raum

In den weiteren Gefängnissen war es ähnlich, aber es wurde schlimmer. Wir trafen auf Zellen die ca. 5x6m groß waren, nur das sich dort 45 Männer und Jungs aufhielten. Die Zellen sahen aus wie alte “Bruchbuden”. Sie waren feucht, Kabel hingen von der Decke und der Ausgang der Häftlinge wurde nur auf die engen Räume begrenzt. Wir unterhielten uns ein bisschen mit den Kids, sie wirkten offen und freundlich.

Feedback:

Die Gefängnisse sind nicht besonders schön anzusehen. Die Situationen waren nicht so, das ich sagen kann die Häftlinge fühlen sich wohl, wenn sie dort 1Jahr oder länger auf einem halben Quadratmeter sitzen. Doch ich würde behaupten, das sich die Situation dort schon ein kleines bisschen gebessert hat, z.b die hygienischen Umstände und der Umgang mit den Häftlingen. Durch diesen kleinen Einblick in das Geschehen, konnte man sehen wie komplex das Problem ist und das an vielen anderen Stellen Änderungen vorgenommen werden müssen. Ich finde, es sind PREDA´s langwierigen Bemühungen zu sehen, unterstützt von anderen Helfern und Sponsoren.

Das sind meine eigenen Ansichten und Eindrücke, die ich in den 3 Gefängnissen gesammelt habe, als ich diese für 30 min besuchte.

1 Kommentar zu „Gefängnissbesuch in Manila“

  1. Christoph sagt:

    Hey Stevie,
    interessanter Artikel und sogar schoene neue Bilder hast du hochgeladen.
    Freu mich auf mehr und wuensche weiterhin viel Spass. Bis zur naechsten Skype Session :)

    Ciao
    Christoph

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