PREDA betreut, mithilfe anderer Organisationen, verschiedenste Projekte in den Bereichen Kinderrehabilitation, Fair Trade und so weiter. Ich möchte mich in diesem Beitrag speziell auf die Kinderrehabilitation konzentrieren.
Das erste Ziel ist, das Kind wieder in eine richtige Bahn zu lenken z.B. Drogenentzug, Traumabehandlung, schulische Grundlagen schaffen, Erlernen von Benehmen. In dieser Zeitspanne läuft im Hintergrund jede Menge Papierkram ab. Schließlich sind diese Kinder nicht ohne Grund bei PREDA, sie haben eine Akte. Wenn die Sozialarbeiter/ Therapeuten feststellen, die Kinder sind auf dem richtigen Weg, werden sie an ihre Familien zurückgesendet. Das heißt, sie besuchen zusammen mit einem Sozialarbeiter, für ca. 1 Stunde, ihr Zuhause und es gibt eine kurze Unterhaltung (Home visit).
Wenn die Entwicklung weiterhin gut verläuft und die Situation es zulässt, dass das Kind zurück kann, dürfen sie nach Hause. Wenn dies der Fall ist, wird nun versucht durch Kleinkredite für die Familien eine Einkommensquelle zu schaffen z.B. sie eröffnen einen kleinen Shop, Snackstand etc. Mit diesem Stand ist es ihnen möglich, sich zu ernähren oder vielleicht ein besseres Haus zu kaufen.
Am Dienstag beteiligten wir uns an einem Home visit und wir tauchten in die Slums von Manila ab. Ein Slum ist ein Gebiet, in dem eine sehr arme Bevölkerung wohnt. Die „Häuser“ bestehen in den meisten Fällen aus Holz, alten Planen, kaputten Wellblechen, aus Materialien, die auf der Straße zu finden sind. In diesen Häusern wohnen Familien auf engstem Raum. Eine Familien verdient 2000-3000Pesos pro Monat (30-50€ pro Monat)zum Leben bräuchten si wenigstens 8000Pesos, denn eine Filippino Familie, besteht aus 6-8 Geschwistern.
Wenn man einen Slum von der Straße aus betritt, findet man kleine enge Wege, in denen man sich wie im Labyrinth verlaufen kann. Aus jeder Hütte ragen Köpfe die dich angucken, Babys, die schreien, junge Kinder, denen schon die Zähne weggefault sind, oder die krank aussehen. In dem einem Weg kriecht dir der Gestank von fauligem Müll in die Nase, in dem nächsten beißt dir der Qualm von ihren Kochstellen in den Augen. Trotzdem wirst du auf keinem verbitterten Menschen treffen, oder einen, der dich nicht höflich behandelt.
Von 6 Jungen besuchten wir die Familien. Die Familie von dem ersten Jungen befand sich in einer ganz vernünftigen Wohnung. Bei der 2. Familie hatte ich meinen ersten Kontakt mit einem Slum und das war Schock pur. Vor uns lag ein schmaler Weg, der etwas erhöht über einen Tümpel führte, die Hütten lagen in der gleichen Höhe. Als ich vom Weg aus durch die Dielen guckte, sah ich den Tümpel, der übersäht war von Müll, Essensresten und weiß Gott was noch alles. Es stank unglaublich, ich war froh, dass es an diesem Tag nicht so heiß war.
Jedenfalls brachte der Junge, ca.13 Jahre alt, uns zu seinem Haus. Wir kamen in einen kleinen Raum, in dem sein Vater, seine Geschwister und die Großmutter leben. Wir unterhielten uns mit seinem Vater und später kam seine Großmutter auch dazu. Sie war sehr berührt, ihren Enkel wieder zu treffen.
Was bei allen Treffen zu sehen war, war, dass viele Kinder, auch wenn sie jünger sind, keinen guten Kontakt zu ihren Eltern haben. Ich hatte damit gerechnet, wenn sie ihre Eltern nach einem, oder mehren Monaten wieder treffen, gäbe es eine große Wiedersehensfreude. Es herrscht aber eine große Distanz zwischen Kind und Eltern. Wir hatten sogar eine Situation, Jonathan und ich schossen Gruppenfotos von den Familien und diesem Jungen, da mussten wir Sohn und Mutter zusammen schieben, ansonsten wäre jeder in seiner eigenen Ecke gestanden.
Es gibt aber auch Fälle, in denen sind die Familien weggezogen. Ich sag euch, ein Gesicht von einem 13 Jährigen Jungen zu sehen, der sich seit Tagen vielleicht auf den Ausflug freut um seine Familie zu sehen und dann erfährt, dass seine Eltern weggezogen sind, ohne ihn, den möchte man nicht sehen.
Aber es gab auch schöne Seiten, in ein Gesicht zu gucken, das gerade erfahren hat, dass dessen Kind gute schulische Leistungen bringt und sich sonst auch gut bei PREDA entwickelt hat, das lässt einem den ganzen Dreck wieder vergessen.


