Am 8.November 2010 wurde das neue Projekt von PREDA eröffnet. Zusammen mit den Jungen aus dem Boys Center werden wir einen alten VW Käfer restaurieren und die Zukunft sieht vor, diesen anschließend nach Deutschland zu exportieren und ihn dort zu verkaufen.

Am Anfang unseres Einsatzes wurden wir in dieses, schon lange von PREDA geplantes, Projekt eingeweiht. Gerade frisch angekommen, voller Tatendrang, fingen wir an, uns über den Käfer zu informieren. Wir merkten dann aber schnell, dass PREDA auch noch einige organisatorische Probleme klären musste, z.B. Gelder. Nach einem zweiwöchigen Besuch von Father Shay in Deutschland legten sich alle Probleme und das Projekt kam wieder ins Rollen.
Im Boys Center wurden Zäune und Tische für die Werkstatt geschweißt und Father Shay fand eine Werkstatt, die uns einen sehr alten Käfer spendierte. Diesen brachten wir in einer abenteuerlichen Fahrt zum Center.
Nun hatten wir das Auto und die Werkstatt war schon halb fertig gestellt. Durch eine großzügige Materialspende aus Kanada bekamen wir einige Werkzeuge, die wir gut verwenden konnten. Doch das reichte noch nicht und wir begaben uns mit einigen Mitarbeitern in die Stadt und durchstöberten alle Geschäfte nach unseren gewünschten Werkzeugen. Wir zogen eine ganze Weile umher, um ein gutes Preis- Leistungsverhältnis zu bekommen. Anschließend wurden alle Werkzeuge aufgelistet und mehrmals kontrolliert, ob wir diese wirklich benötigen- Werkzeuge sind nicht gerade billig.

Zwischendurch bereiteten wir uns auf die Arbeit vor, Father Shay hatte uns einige Bücher mitgebracht, in denen wir uns ausführlich über den Aufbau eines Käfers informieren konnten. Wir bereiteten eine Präsentation für die Jungen vor, die einen Einblick in das Projekt gab und kümmerten uns um weitere Kleinigkeiten, die erledigt werden mussten, damit das Projekt funktioniert.
Jeder Junge, der an dem Projekt teilnehmen wollte, musste eine Bewerbung schreiben, anschließend setzten wir uns mit ihnen zusammen, um uns ihre Motivation anzuhören. Die meisten Jungen möchten die Gelegenheit nutzen, technisches Wissen zu sammeln, um später Arbeit zu finden, damit sie ihre Familie unterstützen können.

Wir einigten uns am Anfang darauf, dass wir mit nicht mehr als vier Jungen an einem Auto arbeiten, also mussten wir nun in den sauren Apfel beißen und von sechs Jungen vier aussuchen. Wir ließen am Montag (8.November) die Jungen in Gruppen (à drei Mann) arbeiten und am Abend suchten wir, zusammen mit den Sozialarbeitern, die vier zukünftigen Handwerker aus. Das Projekt ist ein hartes Stück Arbeit. Um ans Ziel zu gelangen, stellten wir Regeln auf, die die Jungen zu befolgen haben, z.B. feste Arbeitstage und -zeiten, Anwesenheitspflicht. Das mag jetzt selbstverständlich klingen, aber die Kinder sind das nicht gewöhnt.
Ich stehe total hinter dem Projekt, es macht tierisch Spaß mit den Jungen zu arbeiten, zu sehen, wie sie dazu lernen. Dreieinhalb Jahre hab ich gelernt mit Werkzeugen umzugehen und Metall zu bearbeiten und nun stehen Jonathan und ich vor vier Jungen, die unwissend aber voller Tatendrang stecken. Ich kann mich in ihrer Position wiederfinden, nur der einzige Unterschied ist, dass ich ihnen mein Wissen, das ich in den Jahren gesammelt habe, weitergeben kann und das gibt mir ein gutes Gefühl.