Die ersten Eindrücke genoss ich Mitte November. Wir besuchten damals einen Weihnachtsmarkt, ähnlich wie wir ihn in Berlin haben, viele Ess- und Einkaufsstände und Rummelakttraktionen. Doch irgendetwas blieb in dem Moment aus, für mich, das Gefühl von Weihnachten. Bei 28°C in einer Achterbahn sitzen und in der Hand ein Eis, ließ in mir nicht ein wenig Weihnachtsstimmung auflodern.
Doch das ist die Heilige Zeit in den Philippinen.
Die Filippinos verbringen in den Tagen viel Zeit mit ihren Familien, besonders die Tage nach dem Heiligen Abend. Selbst an Silvester sind fast alle Clubs/Diskotheken geschlossen, weil alle bei ihren Familien sind.
Die Vorweihnachtszeit sieht traditionellerweise wie folgt aus. Aus Strohalmen, Blechdosen, altem Papier oder was auch immer, wird Weihnachtsschmuck gebastelt und Häuser und Bäume geschmückt. Kinder gehen abends von Haus zu Haus und singen, um sich milde Gaben abzuholen. Einige Tage vor Heiligabend wird jeden Morgen früh um 4.00Uhr zur Kirche gegangen, man sag: nach den besuchen hat man einen Wunsch frei.
Ab dem 18. Dezember war in PREDA jede Menge los. Es gab eine große Party für Bewohner aus der Nachbarschaft, die zu PREDA eingeladen wurden. Es fand ein Nachmittagsprogramm statt, Essen wurde spendiert und später erhielt jede Familie einen „Fressbeutel“, mit Reis, Bohnen und anderen verschiedenen Nahrungsmitteln.
Es wurden auch die Familien der Predakinder zu PREDA eingeladen und eine große Party veranstaltet, es gab viel Essen, das geliebte Karaoke und Spiele für Groß und Klein.
Die anderen Weihnachtsfeiern waren für Mitarbeiter. Bei der ersten gab es eine großen Party für alle Mitarbeiter. Es wurden Spiele gespielt und wir beschenkten uns untereinander. Die zweite war an einem Strand, nur für die Mitarbeiter vom Boys Center. Dort gab es ein ähnliches Programm, gegenseitiges Beschenken und Spaß haben.
Dann kam der Heilige Abend. Am frühen Nachmittag trafen wir Freiwilligen uns und feierten Weihnachten nach deutschem Brauch. Wir aßen von unseren Familien geschickte Lebkuchen und Stollen. In der Zeit fühlte ich mich zum erstem Mal in Weihnachtsstimmung.
Anschließend fuhr ich zu einer Freundin, die mich zu Weihnachten zu ihr nach Hause eingeladen hatte.
Angekommen, wurde ich einer Riesenfamilie vorgestellt, ständig mit Bier gefüttert und überhäuft mit löchernden Fragen. Es waren alles sehr nette Leute, ich hatte eine Menge Spaß an dem Abend und nach Mitternacht gaben es für jeden ein Küsschen und ein fröhliches „Merry Christmas“. Danach kann die Bescherung beginnen, es kann aber auch am nächsten Morgen erst Geschenke geben, dafür gibt es keine feste Zeit. Später ging wir, der jugendliche Teil der Familie (ca. 15 Menschen), in eine Bar.
Am 25.12 gab es bei Oma im Garten Bescherung. Es war sehr amüsant zu sehen wie beschert wurde. Der- oder Diejenige, die Geschenke verteilten, standen mit einem großen Sack vor einer riesenlangen Schlange mit Cousinen und Cousins, Onkels, Tanten, Brüder, Schwestern und dann erhielt jeder ein Geschenk („Massenabfertigung“…Spaß). Die restlichen Tage machten wir Ausflüge in ein Schwimmbad und auf eine Obstfarm.
Dann schon kam das nächste Ereignis, Silvester. Am 30.12 ging ich auf den Markt um Knaller zu kaufen. Das einzige, das ich wiedererkannte, waren Batterien, der Rest sah ganz anders aus und was, wie sich herausstellte, unterschiedlich knallt und funkt. Der Abend startete langsam, nettes Beisammensitzen bei einem kühlen Bier, bis Mitternacht kam, dann gab es für eine Stunde Weltzusammenbruch, es gibt schon unglaublichen Sprengstoff. Danach saßen wir mit Freunden und Bekannten bis in den frühen Morgen und feierte Neujahr.
HAPPY NEWYEAR in den Philippinen.

