Archiv für die Kategorie „Startseite“

Abgetaucht in die zweite Welt

Donnerstag, 2. Juni 2011

Anfang Juni fuhren Jonathan, Kathrin (weitere Freiwillige bei PREDA) und ich, nach Puerte Galera in Mindore. Auch leider sehr bekannt bei PREDA, wegen der vielen missbrauche von Minderjährigen. Doch, der Ort ist auch für seine wunderschöne Unterwasserwelt bekannt. Wir machten dort vier Tage lang unsere erste Tauchlizenz.

Stand in Bohol, Alona Beach

Stand in Bohol, Alona Beach

Wenn man es geschafft hat jegliche Hindernisse zu überwinden, wie Theorieprüfung und sich selbst unter Wasser in den Griff bekommen hat, eröffnet sich eine fantastische zweite Welt. Die ganzen vielen leuchtenden Fische, die wunderschöne Vielfalt von Korallen und anderen Tieren die dort unten leben, ist atemberaubend.

Der Schritt ins Paradies

Der Schritt ins Paradies

Es ist ein sehr teures Erlebnis, doch es lohnt sich. Für die Menschen die es interessiert, wir bezahlten für einen SSI Open Water Dive Lizenz 15000 Pesos. In dem Paket waren 3 Pool Tauchgänge und 6 Meer Tauchgänge, plus Theorieprüfung und Lizenz enthalten. Wir waren bei einer lokalen Tauchschule untergebracht (von Filipinos geleitet) und ich habe mich super wohl dort gefühlt. Die Meisten anderen Tauchschulen werden dort von eingewanderten Amerikanern geleitet. Doch diese haben auf mich einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Wir hatten uns im Internet eine gute Tauchschule ausgesucht, dachten wir, doch es stellte sich heraus, dass diese mehr ein „Puff“ ähnelt. Der Tauchlehrer war total betrunken, es hat auf mich keinen vertrauenswürdigen Eindruck gemacht.

Ansonsten gibt es nichts neues von Arbeit zu berichten. Die meisten Freiwilligen sind abgereist, aber es sind schon wieder neue gekommen. Der Käfer ist jetzt fertig zum Lackieren und wir warten nur noch darauf, dass unsere Kollegen sich darum kümmern unsere benötigten Materialien einzukaufen. Es kommt noch dazu, dass viele Kollegen zeitweilig PREDA verlassen, weil sie sich auf ihre endgültigen Examen vorbereiten müssen. Schüler gehen für Monate in andere Gegenden, um sich dort 100% auf ihre Abschlussarbeit zu konzentrieren. Für diese Zeit wurden andere Mitarbeiter eingearbeitet, dies Zeit bedarf.

Die weltberühmten Reisterassen

Die weltberühmten Reisterassen

Man könnte nun sagen warum Kauft ihr denn nicht die Materialien ein, dass Problem in den Philippinen ist, wenn sie einen weißen Menschen in ein Geschäft begibt, probieren die meisten Verkäufer, ihm das Produkt zum doppelten Preis zu verkaufen. Das heißt, ich weiß nie wenn ich einkaufen will, ob ich gerade „übern Tisch gezogen werde“ oder nicht. Es hängen auch keine Preise wie bei uns an den Produkten. Man muss sich das so vorstellen, du stehst wie an einer „Pommesbude“ am Tresen und dahinter steht der Verkäufer. Dann kannst du ihn fragen ober er dein Ersatzteil hat und was es kostet.

Die Reisterassen in Batad

Die Reisterassen in Batad

Es ist ganz schön nervig, ständig im ungewissen zu stehen stimmt der Preis oder nicht, aber man bekommt so nach einer weile auch seien eigenen Tricks heraus wie man am besten damit umgeht.

Einer dieser Shops an denen du Ersatzteile kaufen kannst.

Einer dieser Shops an denen du Ersatzteile kaufen kannst.

Das Wetter ist sehr stürmisch geworden, es regnet sehr viel und es fängt langsam an mit Überschwemmungen. Soweit ich weiß, ist noch nichts schwerwiegendes passiert.

Außer Stromausfälle, aber diese sind Alltag.

Das war´s aus den Philippinen

Liebe Grüße

Steve Rüger

Die letzten Monate

Dienstag, 12. April 2011

Liebe Leser, entschuldigt bitte, dass ich euch so lange auf dem Trockenen gehalten habe. Was ist so passiert?

Awangin beach Party

Awangin beach Party

Ich probiere jedes Wochenende mit Aktivitäten außerhalb von PREDA zu füllen, um noch mehr vom Land zu sehen. Wir lagen bis jetzt an vielen verschiedenen Stränden, bestiegen einen Vulkan, besichtigten Städte und wollen in Zukunft noch weitere Abenteuer erleben. Es ist auffällig zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Hälften der Philippinen aussehen. Ich flog nach Palawan, eine Insel im Westen der Philippinen, und es war wunderschön dort. Die Natur sieht noch sehr unberührt und atemberaubend aus, eine fantastische Insel. Wir, die Freiwilligen, flogen auch nach Davao City in Mindanao (im Süden der Philippinen). Eine absolute sichere Stadt und das in Mindanao, die Bürgermeisterin hat dort ganz harte Regeln durchgesetzt. Ebenfalls sehr schön, es ist eine sehr weitläufige Stadt, es gibt kein großes Zentrum, sie sieht aus wie ein Streußelkuchen.

Man kann so viele schöne Sachen unternehmen, in Zukunft haben wir uns überlegt ein Dschungel-Überlebenstraining zu absolvieren, wir wollen noch unbedingt Tauchen gehen, auf weitere der gewaltigen Berge steigen und und und. Das zu unseren Wochenendaktivitäten, unter der Woche, nach der Arbeit, gehen wir zusammen mit Freunden Sport treiben, Fußball, Tennis oder Basketball.

Der Entwicklung im Käfer-Projekt, sieht folgendermaßen aus.

Der erste Käfer ist bis Ende der Woche mit den Karosseriearbeiten fertig. Sämtliche Roststellen wurden entfernt und per Handarbeit neue Bleche angefertigt. Wir haben schon mit den ersten Lackierern gesprochen, dass wir anschließend einen professionellen Lackierer einstellen, der den Jungen zeigen wird, wie man lackiert und dies dann an dem Käfer vorführt. Dies dauert dann noch einmal drei Wochen, weil man mehrmals überlackieren und nebenbei Trockenzeiten einhalten muss.

Das Chassi vom ersten Käfer

Das Chassi vom ersten Käfer

Wir haben uns in den Wochen zuvor auch an unsere ersten Karosseriereparaturen gewagt und mit den Jungen die ersten Karosserie-Bleche gezaubert. Es ist manchmal nicht ganz einfach mit den Jungen zu arbeiten, aber es macht schon Spaß. An einigen Tagen ist es schwierig, sie zu motivieren wenn schwere Arbeiten anfallen oder sich in Geduld geübt werden muss. Aber einige Jungen haben sich so gut entwickelt, dass wir sie fast selbständig arbeiten lassen können z.B. für die Karosseriereparaturen.

Letzte und diese Woche haben die Jungen nicht gearbeitet weil sie sich für einen großes Sportevent vorbereiten müssen, das vom 13. April bis 15.April statt findet.

Dort treffen Hilfsorganisationen aus unserer Region zusammen und tragen Wettkämpfe im Basketball, Volleyball und Brettspielen aus.

Was ist los?

Donnerstag, 3. Februar 2011

Es ist ne ganze Weile her das ich mich gemeldet  habe, nur der kurzer Bericht ueber Weihnachten, aber was ist denn sonst so los?

Unter der Woche sind wir total im Kaefer Projekt beschaeftigt, es kamen einige neue Jungs und es wurde ein Automechaniker eingestellt, der uns Zeigen und Helfen soll die Kaefer zu reparieren. Stueck fuer Stueck werden weiter Werkzeuge und Ersatzteile gekauft die fuer immer komplexere Arbeiten benoetigt werden, wie z.B. fuer Motorueberholung und Karosseriereparaturen. Die Jungen ueben sich weiter im Schweissen, schleifen karosserien blanck, ermitteln Fehler in Bremsanlagen oder leisten andere Unterstuetzende arbeiten.

Im Hauptcenter hat sich nicht viel veraendert, es gehen  alle weiter ihren Arbeiten nach, weitere Strassenkinder werden in die Zentren rekrutiert und es kommen & gehen weitere Besucher, aus allen Laendern der Welt.

Naechste Woche fliege ich nach Palawan, Urlaub.  Mal sehen ob ich einige schoene Aufnahmen vom Land und Unterwasser hinbekomme.

Eine etwas andere Weihnachtszeit

Montag, 24. Januar 2011

Die ersten Eindrücke genoss ich Mitte November. Wir besuchten damals einen Weihnachtsmarkt, ähnlich wie wir ihn in Berlin haben, viele Ess- und Einkaufsstände und Rummelakttraktionen. Doch irgendetwas blieb in dem Moment aus, für mich, das Gefühl von Weihnachten. Bei 28°C in einer Achterbahn sitzen und in der Hand ein Eis, ließ in mir nicht ein wenig Weihnachtsstimmung auflodern.

Doch das ist die Heilige Zeit in den Philippinen.

Die Filippinos verbringen in den Tagen viel Zeit mit ihren Familien, besonders die Tage nach dem Heiligen Abend. Selbst an Silvester sind fast alle Clubs/Diskotheken geschlossen, weil alle bei ihren Familien sind.

Die Vorweihnachtszeit sieht traditionellerweise wie folgt aus. Aus Strohalmen, Blechdosen, altem Papier oder was auch immer, wird Weihnachtsschmuck gebastelt und Häuser und Bäume geschmückt. Kinder gehen abends von Haus zu Haus und singen, um sich milde Gaben abzuholen. Einige Tage vor Heiligabend wird jeden Morgen früh um 4.00Uhr zur Kirche gegangen, man sag: nach den besuchen hat man einen Wunsch frei.

Ab dem 18. Dezember war in PREDA jede Menge los. Es gab eine große Party für Bewohner aus der Nachbarschaft, die zu PREDA eingeladen wurden. Es fand ein Nachmittagsprogramm statt, Essen wurde spendiert und später erhielt jede Familie einen „Fressbeutel“, mit Reis, Bohnen und anderen verschiedenen Nahrungsmitteln.

Es wurden auch die Familien der Predakinder zu PREDA eingeladen und eine große Party veranstaltet, es gab viel Essen, das geliebte Karaoke und Spiele für Groß und Klein.

Die anderen Weihnachtsfeiern waren für Mitarbeiter. Bei der ersten gab es eine großen Party für alle Mitarbeiter. Es wurden Spiele gespielt und wir beschenkten uns untereinander. Die zweite war an einem Strand, nur für die Mitarbeiter vom Boys Center. Dort gab es ein ähnliches Programm, gegenseitiges Beschenken und Spaß haben.

Dann kam der Heilige Abend. Am frühen Nachmittag trafen wir Freiwilligen uns und feierten Weihnachten nach deutschem Brauch. Wir aßen von unseren Familien geschickte Lebkuchen und Stollen. In der Zeit fühlte ich mich zum erstem Mal in Weihnachtsstimmung.


Die Familie bei der ich Weihnachten verbrachte

Die Familie bei der ich Weihnachten verbrachte

Anschließend fuhr ich zu einer Freundin, die mich zu Weihnachten zu ihr nach Hause eingeladen hatte.

Angekommen, wurde ich einer Riesenfamilie vorgestellt, ständig mit Bier gefüttert und überhäuft mit löchernden Fragen. Es waren alles sehr nette Leute, ich hatte eine Menge Spaß an dem Abend und nach Mitternacht gaben es für jeden ein Küsschen und ein fröhliches „Merry Christmas“. Danach kann die Bescherung beginnen, es kann aber auch am nächsten Morgen erst Geschenke geben, dafür gibt es keine feste Zeit. Später ging wir, der jugendliche Teil der Familie (ca. 15 Menschen), in eine Bar.

Am 25.12 gab es bei Oma im Garten Bescherung. Es war sehr amüsant zu sehen wie beschert wurde. Der- oder Diejenige, die Geschenke verteilten, standen mit einem großen Sack vor einer riesenlangen Schlange mit Cousinen und Cousins, Onkels, Tanten, Brüder, Schwestern und dann erhielt jeder ein Geschenk („Massenabfertigung“…Spaß). Die restlichen Tage machten wir Ausflüge in ein Schwimmbad und auf eine Obstfarm.

Dann schon kam das nächste Ereignis, Silvester. Am 30.12 ging ich auf den Markt um Knaller zu kaufen. Das einzige, das ich wiedererkannte, waren Batterien, der Rest sah ganz anders aus und was, wie sich herausstellte, unterschiedlich knallt und funkt. Der Abend startete langsam, nettes Beisammensitzen bei einem kühlen Bier, bis Mitternacht kam, dann gab es für eine Stunde Weltzusammenbruch, es gibt schon unglaublichen Sprengstoff. Danach saßen wir mit Freunden und Bekannten bis in den frühen Morgen und feierte Neujahr.

HAPPY NEWYEAR in den Philippinen.

Fernsehen gucken

Dienstag, 30. November 2010

Unter diesen Link findet ihr den Kurzfilm über PREDA.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1202304/Reintegration-von-Gefaengniskindern#/beitrag/video/1202304/Reintegration-von-Gefaengniskindern

Morgen auf ZDF, gegen 20:15 Uhr, wird eine Spendengala gezeigt in der ein Kurzfilm über PREDA eingeblendet wird.

Vielleicht bin ich mit drin.


Weitere Infos:

http://weihnachtshits.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,7125116,00.html?dr=1

Der Startschuss ist gefallen „Der PREDA Käfer“

Dienstag, 16. November 2010

Am 8.November 2010 wurde das neue Projekt von PREDA eröffnet. Zusammen mit den Jungen aus dem Boys Center werden wir einen alten VW Käfer restaurieren und die Zukunft sieht vor, diesen anschließend nach Deutschland zu exportieren und ihn dort zu verkaufen.

Am Anfang unseres Einsatzes wurden wir in dieses, schon lange von PREDA geplantes, Projekt eingeweiht. Gerade frisch angekommen, voller Tatendrang, fingen wir an, uns über den Käfer zu informieren. Wir merkten dann aber schnell, dass PREDA auch noch einige organisatorische Probleme klären musste, z.B. Gelder. Nach einem zweiwöchigen Besuch von Father Shay in Deutschland legten sich alle Probleme und das Projekt kam wieder ins Rollen.

Im Boys Center wurden Zäune und Tische für die Werkstatt geschweißt und Father Shay fand eine Werkstatt, die uns einen sehr alten Käfer spendierte. Diesen brachten wir in einer abenteuerlichen Fahrt zum Center.

Nun hatten wir das Auto und die Werkstatt war schon halb fertig gestellt. Durch eine großzügige Materialspende aus Kanada bekamen wir einige Werkzeuge, die wir gut verwenden konnten. Doch das reichte noch nicht und wir begaben uns mit einigen Mitarbeitern in die Stadt und durchstöberten alle Geschäfte nach unseren gewünschten Werkzeugen. Wir zogen eine ganze Weile umher, um ein gutes Preis- Leistungsverhältnis zu bekommen. Anschließend wurden alle Werkzeuge aufgelistet und mehrmals kontrolliert, ob wir diese wirklich benötigen- Werkzeuge sind nicht gerade billig.

Zwischendurch bereiteten wir uns auf die Arbeit vor, Father Shay hatte uns einige Bücher mitgebracht, in denen wir uns ausführlich über den Aufbau eines Käfers informieren konnten. Wir bereiteten eine Präsentation für die Jungen vor, die einen Einblick in das Projekt gab und kümmerten uns um weitere Kleinigkeiten, die erledigt werden mussten, damit das Projekt funktioniert.

Jeder Junge, der an dem Projekt teilnehmen wollte, musste eine Bewerbung schreiben, anschließend setzten wir uns mit ihnen zusammen, um uns ihre Motivation anzuhören. Die meisten Jungen möchten die Gelegenheit nutzen, technisches Wissen zu sammeln, um später Arbeit zu finden, damit sie ihre Familie unterstützen können.

Wir einigten uns am Anfang darauf, dass wir mit nicht mehr als vier Jungen an einem Auto arbeiten, also mussten wir nun in den sauren Apfel beißen und von sechs Jungen vier aussuchen. Wir ließen am Montag (8.November) die Jungen in Gruppen (à drei Mann) arbeiten und am Abend suchten wir, zusammen mit den Sozialarbeitern, die vier zukünftigen Handwerker aus. Das Projekt ist ein hartes Stück Arbeit. Um ans Ziel zu gelangen, stellten wir Regeln auf, die die Jungen zu befolgen haben, z.B. feste Arbeitstage und -zeiten, Anwesenheitspflicht. Das mag jetzt selbstverständlich klingen, aber die Kinder sind das nicht gewöhnt.

Ich stehe total hinter dem Projekt, es macht tierisch Spaß mit den Jungen zu arbeiten, zu sehen, wie sie dazu lernen. Dreieinhalb Jahre hab ich gelernt mit Werkzeugen umzugehen und Metall zu bearbeiten und nun stehen Jonathan und ich vor vier Jungen, die unwissend aber voller Tatendrang stecken. Ich kann mich in ihrer Position wiederfinden, nur der einzige Unterschied ist, dass ich ihnen mein Wissen, das ich in den Jahren gesammelt habe, weitergeben kann und das gibt mir ein gutes Gefühl.

Der internationale Tag gegen Prostitution,

Mittwoch, 6. Oktober 2010

fand am 05.10 statt. PREDA und weiter Organisationen versammelten sich vor dem Gericht in Olangapo diesen Tag zu ehren und gegen eine Tat zu Demonstrieren, die in der vergangenen Woche stattfand. Der Bürgermeister eines Dorfes, in der nähe von Olongapo City, vergewaltigte ein 12 Jahre altes Mädchen. Der Prozess gegen den Bürgermeister findet aber nicht auf gerechten Wegen statt. Deswegen machten sich ca. 120 Demonstranten stark für einen gerechten Prozess.

Die Demonstration fand auch ihren Weg in die Medien und es gab einen kleinen Beitrag dazu in den Nachrichten.

Besuch in den Slums

Montag, 4. Oktober 2010

PREDA betreut, mithilfe anderer Organisationen, verschiedenste Projekte in den Bereichen Kinderrehabilitation, Fair Trade und so weiter. Ich möchte mich in diesem Beitrag speziell auf die Kinderrehabilitation konzentrieren.

Neugierige Jungs und Mädels aus den Slums

Das erste Ziel ist, das Kind wieder in eine richtige Bahn zu lenken z.B. Drogenentzug, Traumabehandlung, schulische Grundlagen schaffen, Erlernen von Benehmen. In dieser Zeitspanne läuft im Hintergrund jede Menge Papierkram ab. Schließlich sind diese Kinder nicht ohne Grund bei PREDA, sie haben eine Akte. Wenn die Sozialarbeiter/ Therapeuten feststellen, die Kinder sind auf dem richtigen Weg, werden sie an ihre Familien zurückgesendet. Das heißt, sie besuchen zusammen mit einem Sozialarbeiter, für ca. 1 Stunde, ihr Zuhause und es gibt eine kurze Unterhaltung (Home visit).

Wenn die Entwicklung weiterhin gut verläuft und die Situation es zulässt, dass das Kind zurück kann, dürfen sie nach Hause. Wenn dies der Fall ist, wird nun versucht durch Kleinkredite für die Familien eine Einkommensquelle zu schaffen z.B. sie eröffnen einen kleinen Shop, Snackstand etc. Mit diesem Stand ist es ihnen möglich, sich zu ernähren oder vielleicht ein besseres Haus zu kaufen.

(weiterlesen…)

Was ist sonst so los?!

Dienstag, 21. September 2010

Nach und nach haben wir einen geregelten ”Alltag”. Freitags wird ein Plan  für die kommende Woche erstellt, den meine Kollegen und ich ausführen. In den letzten Wochen war der Ablauf so:  vier Tage arbeiteten wir im Boys Center und einen Tag unternahmen etwas “Spektakuläres” (z.B. Gefängnisbesuch, Puppentheater…) um uns mit weiteren Aufgaben vom PEDA bekannt zu machen.
Die ersten Tage im Boys Center nutzten wir, um die Mitarbeiter und die Kinder kennen zu lernen. Wir haben uns an ihrem täglichen sozialpädagogischen Programm beteiligt oder begleiteten Ausflüge wie z.B. Wäsche waschen.
Da wir aber immer nur als Begleiter auftraten, beschlossen wir eine Olympiade “Olympic 2010″ im Dawn Center (Boys Center) zu organisierten.  Aus den  52 Jungen wollen wir mehrere Mannschaften bilden, die in den Disziplinen Volleyball, Basketball und Fußball gegeneinander antreten. Die Olympiade soll über mehrere Tage gehen, pro Tag  wird immer eine Stunde gespielt. Dazu bereiten wir zur Zeit die Spielfelder vor, ziehen Linien, ebnen den Boden und bauen Tore.

Gefängnissbesuch in Manila

Montag, 6. September 2010

Am Dienstag den 31.08.2010 besuchten wir 3 Gefängnisse in Manila. Wir waren 5 Leute, Jonathan, Luis, zwei Mädchen, die für die Gefängnisbesuche zuständig sind und ich. Wir fuhren früh um 7Uhr mit dem Bus 3h nach Manila. Anschließend drängelten wir uns mit Jeepneys und mit einer abenteuerlichen Zugfahrt, zum ersten Gefängnis durch.

Shiela vom Rescue Team befragt einen Häftling

Shiela vom Rescue Team befragt einen Häftling

Meine Verfassung zu der Zeit:

Ich habe ja schon einiges über die Gefängnisse
gehört und gesehen, aus Erzählungen, Filmen und Bildern. Dadurch war ich mental gut vorbereitet.

Als erstes ist mir aufgefallen, das die philippinischen Gefängnisse schon äusserlich nicht mit deutschen Gefängnissen zu vergleichen sind. Es fehlen der Stacheldraht, die Mauern und der gigantische Aufwand von Sicherheitsmaßnahmen. Sie ähneln einen deutschen Polizeirevier. Wir gingen geschlossen in das erste  ”Revier”. Direkt im Eingang trafen wir auf die ersten Zellen. Es waren 2 Zellen nebeneinander. In der Linken waren 2 Frauen, ich denke so zwischen 30 und 40 Jahren und in der Rechten 4 Jungen, alle unter 18 Jahren. Die Zellen waren ca  3x4m groß. Sie sahen sauber aus, es hat nicht gestunken und die Jungen sahen nicht krank aus. Es befanden sich in der Zelle ein kaputter Ventilator an der Decke, Pappen auf den sie schliefen, ihre Sachen und einige Trinkflaschen. Die Ecke, in der sich die Toilette befand, konnte ich nicht sehen. Die Wände waren bemalt und es hingen lauter Bilder daran. Dies waren aber nicht die einzigsten Zellen. Etwas weiter vom Eingang weg, befanden sich weitere Zellen. Sie sahen nicht so “gut” aus, wie die direkt am Eingang.

Joan (vom Rescue Team) bei der Befragung eines Inhaftierten

Joan (vom Rescue Team) bei der Befragung eines Inhaftierten

Die Aufgabe von unserem Rescue Team ist es, die Jungen und Mädels zu befragen in welcher sozialen- und körperlichen Situation sie sich befinden und das Umfeld zu beurteilen. Diese Informationen werden benötigt damit PREDA effektiv operieren kann. Das Ziel ist es die Kinder zu rehabilitieren.  Aber auch für deren Familien eine Lebensgrundlage zu schaffen, damit sie nach der Entlassung einen geordneten Lebensstandard vorfinden, wenn sie in die Familie zurückkehren. Das Rescue Team besucht die Häftlinge 2-3 mal die Woche.

Achtet auf die Gegenstände im Raum

Achtet auf die Gegenstände im Raum

In den weiteren Gefängnissen war es ähnlich, aber es wurde schlimmer. Wir trafen auf Zellen die ca. 5x6m groß waren, nur das sich dort 45 Männer und Jungs aufhielten. Die Zellen sahen aus wie alte “Bruchbuden”. Sie waren feucht, Kabel hingen von der Decke und der Ausgang der Häftlinge wurde nur auf die engen Räume begrenzt. Wir unterhielten uns ein bisschen mit den Kids, sie wirkten offen und freundlich.

Feedback:

Die Gefängnisse sind nicht besonders schön anzusehen. Die Situationen waren nicht so, das ich sagen kann die Häftlinge fühlen sich wohl, wenn sie dort 1Jahr oder länger auf einem halben Quadratmeter sitzen. Doch ich würde behaupten, das sich die Situation dort schon ein kleines bisschen gebessert hat, z.b die hygienischen Umstände und der Umgang mit den Häftlingen. Durch diesen kleinen Einblick in das Geschehen, konnte man sehen wie komplex das Problem ist und das an vielen anderen Stellen Änderungen vorgenommen werden müssen. Ich finde, es sind PREDA´s langwierigen Bemühungen zu sehen, unterstützt von anderen Helfern und Sponsoren.

Das sind meine eigenen Ansichten und Eindrücke, die ich in den 3 Gefängnissen gesammelt habe, als ich diese für 30 min besuchte.